Teil eines Werkes 
1. Theil (1831)
Entstehung
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mahl uͤberraſcht und gefangen nach der Baſtille gefuͤhrt hatte, durchziſchte alle Häuſer wie ein Lauffeuer, ſcheuchte die Bewohner derſelben aus dem Schlafe, ſetzte ihre Herzen in Flammen und jagte die Frohlok⸗ kenden auf die Straße hinaus, damit ſie ihren Ju⸗ bel ausraſen moͤchten. Von der Straße St. Denis bis zur Baſtille wogte es von Menſchen und ganze Choͤre ſangen die damals beliebten Spott⸗ und Schmaͤhlieder auf die Hugenotten. Sogar viele Herrn und Damen von Hofe hatten ſich dem uͤppigen Pfuͤhle entriſſen und ſchlichen in Maͤntel gehuͤllt auf und ab, die ſcharfe Morgenluft nicht furchtend. Es war naͤmlich bald bekannt geworden, daß die Gefangen⸗ nehmung der Hugenotten auf ausdruͤcklichen und ei⸗ genen Befehl der Königin geſchehen ſei. Man wußte, daß der Jeſuiten⸗General kurz vor Mitternacht bei ihr vorgelaſſen worden und gleich darauf ſchleunige Ordre an den Gardehauptmann Villoniers ausgegeben wor⸗ den war. Seit jener Stunde war die Koͤnigin wach geweſen und einige ihrer Getreuen hatten bei ihr Zu⸗ tritt gehabt, Gruͤnde genug fuͤr den Hofadel, ſich ſehr fur den Vorfall zu intereſſiren.

Ceſar d'Alban erhielt bald nach der That vom jauchzend einherſtrͤmenden Poͤbel die Schreckensnach⸗ richt. Sein Zuſtand grenzte an Verzweiflung. Kaum ſeiner ſelbſt maͤchtig eilte er in des Herzogs Schlaf⸗ zimmer und hinterbrachte das Geſchehene auf eine Art, die dem ſchlauen Guiſen wohl merken ließ, welchen