Teil eines Werkes 
1. Theil (1831)
Entstehung
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durch die Seele fahren, Canaille! flüſterte hinten eine wohlbekannte Stimme und ihr Beſitzer knirſchte mit den Zähnen, und ballte die Fauſt, welche den Griff eines Dolches umſpannte. Gaſtine aber und ſeine Frau wurden durch die Worte des Predigers von einem ungeheuern Schrecken befallen; denn in Beiden ſtieg zu gleicher Zeit der Gedanke auf, daß André, durch die abſchlägliche Antwort des Prinzipals verruͤckt geworden, ihrer Tochter ein Leids angethan, ja ſie vielleicht gar in wilder Liebesraſerei ermordet habe. Doch hatte keins von ihnen den Muth, durch Entfernung aus dem Betſaal den Gottesdienſt zu ſtöͤren. Eine dumpfe gräßliche Angſt hielt ihre That⸗ kraft gefangen. Sie konnten nicht mehr ausweichen. Ihr Schickfal erwartete ſie. Ein ſchwarzes furchtbar drohendes Wetter hing ſchon uͤber ihren Haͤuptern, hatte ſeine grauſigen Rabenfittige ſchon um ihre Schlaͤfe gelegt. Angſt und Schwüle waren zum Erſticken. Nachdem der Prediger ſein inbruͤnſtiges Gebet fuͤr André beendigt, legte er nach gewohnter Weiſe einen Pſalm aus, und verkuͤndete der Gemeinde dann die nahe Erlöſung aus dem Drucke.

Ja, meine Bruͤder und Schweſtern, rief er eutzuͤckt denn ſeine Seele hatte keine truͤbe Ah⸗ nung beſchlichenbald ſchlägt uns die Stunde der Erlöſung! Bald werden wir nicht mehr in der ſtillen Mitternacht, tief unter der Erde in dieſen Kellern unſer Gebet halten; wir werden den alleinigen