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Hintergrunde ſtatt fand, ſo merkten die auf den vor⸗ dern Sitzen nichts und ſchöpften nicht den leiſeſten Argwohn. Le Char erſchien endlich in ſeinem Predi⸗ gerrocke und betrat die Kanzel. Der Gottesdienſt begann. Die Geſänge wurden geſummt, und die Pre⸗ digt kam an die Reihe. Herr und Madame Gaſtine ſuchten mit den Blicken der Elternliebe und Beſorg⸗ niß umher, um ihre Tochter unter den unverhei⸗ ratheten Frauen, welche ihre abgeſonderten Sitze hatten, zu erſpähen doch vergebens. Ihre Angſt und Beklemmung ſtieg mit jedem Augenblick. Louiſe ſah ſich nicht minder nach ihrem Bruder um. Wie Gewitterſchwüle hing's auf der Verſammlung. Le Char begann ſeinen Vortrag mit den Worten:„ Lie⸗ ben Bruͤder und Schweſtern in Chriſto und den Apo⸗ ſteln. Der Herr befiehlt mir, Euch mit einer ſchlim⸗ men Nachricht zu betruben. Es iſt nämlich ein from⸗ mes Glied unſrer Gemeinde von einem böſen Geiſte eingenommen und beſeſſen worden. Dies iſt der ehr⸗ ſame Junggeſelle Maurice André, wie Ihr alle wißt, einer der Eifrigſten von der wahren Lehre. Der un⸗ ſaubre Geiſt hat den Armen ſeines Verſtandes beraubt und er rennet umher als ein Toller und Verruͤckter, und wer kann wiſſen, welche Werke der Finſterniß der Teufel durch ihn verrichtet. Deshalb laßt uns fur ſeine Seele beten, daß ſie befreit werde vom un⸗ ſaubern Geiſte.“
„Ha Dir ſoll der Teufel uͤber den Kopf und


