den muͤſſe, und das ruͤhrte mich ſelbſt zu Thränen. Weiter konnte ich aber durchaus nichts von ihm erfahren und ging verwirrter und troſtloſer von ihm, als ich ge⸗ kommen war. Mein erſtes Werk war nun, Jeanetten zu befragen und zu warnen, aber auch hier erhielt ich nur Thränen zur Antwort. Das geſpannte Verhältniß wurde mir unerträglich, zumal, da der mir widrige Jacques keinen Abend mit ſeinen Beſuchen ausſetzte, ſtets heimlich mit Jeanetten kooſte, was Pierre ſich nie⸗ mals unterfangen hatte, und mich ganz als eine Null zu betrachten ſchien. Zudem wurde das Mädchen im⸗ met ſchwermuͤthiger; ich ſah ſie oft mit roth geweinten Augen, wie Du ſelbſt ſie dieſen Morgen geſehen haſt, und hoͤrte ſie ſtets ihr Gebet mit einer ſonderbaren Hef⸗ tigkeit, ja mit einer wahren Herzensangſt verrichten. Dabei verſäumte ſie keine Kirche und keinen Gottesdienſt zu Hauſe, und ſchien mir noch weit froͤmmer und an⸗ dächtiger als zuvor. Obgleich mich dieſer Umſtand wie⸗ der einigermaßen beruhigte, ſo beſchloß ich doch, unſerm ehrwuͤrdigen Prieſter mein beſorgtes und bekuͤmmertes Herz auszuſchuͤtten, und mir von ihm Rath und Bei⸗ ſtand in meinen Noͤthen zu erflehen. Kaum aber hatte ich vor Kurzem dieſen Gedanken bei Jeanetten laut wer⸗ den laſſen, als ſie ſich, wie eine Verzweifelte, zu mei⸗ nen Fuͤßen warf, und mich jammernd beim großen Gott und ſeinem eingebornen Sohn flehte, den Gang zu unterlaſſen, wolle ich ſie nicht in das tiefſte Verder⸗ ben ſtuͤrzen. Erſchreckt durch ſolche furchtbare Worte,
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