gruͤßen. Nicht lange darauf trat er eines Tages in die Stube und beſtellte ſich mit beſcheidenen Worten und ſittſamen Geberden fein genähtes Linnenzeug, in wel⸗ cher Arbeit Jeannette unter meiner Leitung gar geſchickt geworden iſt. Faſt täglich kam er nun, um darnach zu fragen, und hatte dann bald dies bald jenes wieder machen zu laſſen, ſo daß die Abſicht, nur im Hanſe den Zu⸗ tritt zu haben, mir deutlich aus Allem hervorleuchtete.
Da er nun gar verſtändige Reden führte, ſo ver⸗ plauderte ich gern ein Stuͤndchen mit ihm, und die Ar⸗ beit ging mir in ſeiner Gegenwart noch einmal ſo raſch von der Hand. Naturlich wußte ich bald, daß er bei dem Maire und Buͤrgermeiſter der Stadt, dem alten ehrenwerthen Herrn d'Alban in Dienſten ſei, und von ſeiner Herrſchaft mit gar viel Liebe hoch gehalten werde. Dieß war mir ein gut Zeugniß fur den ſchmucken, jun⸗ gen Pierre Arbet, ſo war ſein Name, und da er auch ſonſten gottesfuͤrchtig war und ohne Hoffart, die ſonſt die Jugend hegt, vorzüglich, wenn ſie ſich in den Haͤu⸗ ſern reicher Leute ſatt ißt: ſo ſah ich ſeinen Beſuch gar nicht ungern, und lud ihn ein, öfter bei uns zuzuſpre⸗ chen. Es entging mir freilich nicht, wie ſeine Augen ſtets mit Wohlgefallen auf den Reizen Deiner Schwe⸗ ſter ruheten und wie auch ſie nicht gleichgultig gegen Pierre war; da er mir aber erzählte, daß ihn ſein guͤti⸗ ger Herr bald zu verſorgen gedenke und in den Stand ſetzen werde, ſich zu vereheligen und eine Familie zu ernaͤhren, ſo ließ ich alle bangen Zweifel und in mir


