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Mit ſteigender Aengſtlichkeit hatte die alte Jung⸗ fer die ernſte Rede ihres Neffen mit angehört, und zuletzt ſah ſie ihn mit Blicken an, die die Frage ent⸗ hielten, ob dieſe Betheurung wahrhaftig ſei, und als ſie ſich davon überzeugt zu haben ſchien, begann ſie in etwas gedehnten Lauten, mehr geheimnißvoll flůͤ⸗ ſternd, als frei und offen redend:
„Sei nur nicht böſe auf mich, Theophile, ich will Dir Alles geſtehen, was ich weiß, aber glaube auch bei Gott! ich hab' es nicht verhindern konnen. Wenn ich ein warnendes oder mahnendes Wort fal⸗ len ließ, glaubte das Kind wohl gar, ich ſei neidiſch auf ſein Liebesgluͤck. Ach, wenn man erſt die Sieb⸗ zig auf dem Ruͤcken hat, was kuͤmmern einen da noch die Freuden der Erde!“
„Nun kommt zur Sache!“ herrſchte Theophile ungeduldig; die Tante fuhr erſchreckt zuſammen, und redete noch leiſer:
„Es mogen nun ohngefaͤhr ſechs Monden ſein, denn fruͤher habe ich nichts bemerkt, und Jeanette lebte ſtets ſehr haͤuslich, eingezogen, ſittſam und ſtill, wie es einer Jungfrau unſeres Standes und Glau⸗ bens geziemt, kein junges Mannsblut kam uͤber un⸗ ſte Schwelle; nun ja aber, ich wollte Dir erzaͤhlen. Vor einem halben Jahre da ſah ich öfters— ſo um die Zeit der Weinleſe, und wohl noch etwas ſpäter — einen jungen Mann in der Tracht eines Dieners vor dem Hauſe voruber ſchleichen und gar freundlich
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