und dritte meiner Beſtrebungen hab' ich erreicht; ich bin in mehreren tauſend Gemeinden geweſen und habe mir in allen Freunde erwor'en, habe die vorzuͤglichſten und ausgezeichnetſten eeute unſrer Glaubenspartei kennen gelernt, bin ein geſchickter Zeug⸗ und Waffenſchmied geworden, ſo daß ich alle Schmiedearbeiten von der grobſten bis zur feinſten fertigen, mir kein Meiſter mit Recht etwas daran tadeln kann; ich hab' mir Geld und Lob genug verdient. Aber, aber— wie ich's auch anfangen mochte, Henrietten vergeſſen konnt' ich
nicht. Ihr Bil umſchwebt⸗ mich am Tage, wenn
ich in der Werkſtart mich abmühte; es ſtand vor mir in meinen Träumen. Endlich ertönte die Kriegsdrommete wieder uͤber Frankreich. Die Streiter Gottes ſammelten ſich unter Gaspar Coligni's Fahnen, die arg bedrohten Calviniſten zu beſchuͤtzen. Ich war keiner der Letzten, die zu Gottes Ehre und fuͤr Recht und Freiheit des unter⸗ druͤckten wahren Glaubens zum Kampfe zogen. Und wenn ich nun auch in gewiſſenhafter Befolgung des
ſtrengen Dienſtes, in Feld und Gewuͤhl der Schlachten
Henriettens Bild nicht verlieren konnte, ſo erfuͤllt mich doch das Andenken an ſie nicht mehr mit jener wilden Unruhe und treibt mir nicht ſo wie ſonſt die Glut der Lei⸗ denſchaft ins Geſicht. Ich vermag ruhig an ſie zu den⸗ ken, und ihre Zuͤge ſchweben mir vor wie die eines mir theuren verklaͤrten Weſens, eines mir einſt erſchiene⸗ nen holden Friedensengels, der mir ſuͤße Botſchaft ge⸗ bracht aus einer beſſern Welt. Nach der Schlacht bei Storchs Fanatiker. I. 2


