Teil eines Werkes 
1. Theil (1831)
Entstehung
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Dreur wurde ich ſchwer in den Kopf verwundet, doch daß ich mich ſo brav geſchlagen, war meine Rettung. Mein Oberſt, der Sohn unſres alten Buͤrgermeiſters von la Rochelle, Du kennſt ihn ja den hohen ſchönen d Alban, hielt was auf mich, weil ich ein Rocheller und kein feiger Kerl geweſen war. Er ließ mich aus der Schlacht tragen und er beſorgte mein Heilung. Dieſem Manne fuͤhl' ich

mich deshalb hoch verpflichtet; denn ohne ſeine Sorgfalt

wär' ich wahrſcheinlich damals ein Kind des Todes ge⸗ weſen.

Nach dem Frieden von Amboiſe vor fuͤnf Jahren kehrte ich voll Sehnſucht nach den geliebten Meinigen und der theuren Heimath ins Vaterhaus zuruͤck. Lieb Muͤtterlein war dem Vater ins Grab gefolgt, Schweſter Jeanette ein Kind, als ich la Rochelle verließ war zur Jungftau herangewachſen, und lebte mit Tante Margeton ſtill und haͤuslich zuſammen, ſich von der Ar⸗ beit ihrer Haͤnde naͤhrend. Bald nach meiner Ankunft wurde ich vom Oberſten dAlban in das Haus ſeines Va⸗ ters, unſers Buͤrgermeiſters, eingeladen. Der Oberſt iſt naͤmlich unverheirathet und wohnt bei ſeinem Vater. Ich wurde mit Liebe und Freundlichkeit aufgenommen und denke Dir, wie ſehr das einem armen Schmie⸗ deknechte ſchmeicheln mußte! ſogar mit an des Buͤr⸗ germeiſters Tafel gezogen. Dort ſah ich des Oberſten ſechszehnjaͤhrige Schweſter, die wunderſchone Henriette d'Alban, und mein Herz gerieth in Flammen. Fuͤrder hatte ich nicht Ruhe weder bei Tage noch bei Nacht, weder in