Teil eines Werkes 
1. Theil (1831)
Entstehung
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Mein Vater war ein geſchickter Schmied in la Ro⸗ chelle, und hatte ſein Haͤuschen mit der Werkſtatt in einer alten krummen abgelegenen Straße nicht weit vom Hafen. Er war ein frommer treuherziger Mann und einer der eifrigſten Calviniſten; denn er hatte den gro⸗ ßen Reformator Jean Chauvin wohl dreißigmal in la Rochelle predigen hören, aus ſeinen geweihten Händen

das geſegnete Brot und den geſegneten Kelch empfangen

und ſogar einmal mit ihm geſprochen. Daß ich im wah⸗ ren Glauben und der rechten Gottesfurcht ſtreng aufer⸗ zogen wurde, kannſt Du Dir denken. Die Meſſe war ſchon bamals aus la Rochelle verbannt; die Predigt

allein florirte. La Rochelle iſt nur in ſo fern eine fran⸗ zöſiſche Stadt, weil man nicht ſpaniſch oder tuneſiſch dort ſpricht und der Dei von Algier nicht als Herr der⸗ ſelben anerkannt wird. Im Uebrigen hat der Konig von

Frankreich, ſeit die Stadt der Hauptſitz des Proteſtantis⸗

mus geworden iſt, faſt eben ſo wenig dort zu befehlen, als der Dei. An der aͤußerſten Meereskuͤſte, ſchier auf dem Meere drauf gelegen, hat ſie mit dem feſten Lande wenig Gemeinſchaft; und wie der weite Waſſerſpiegel nur

Gott den Herrn, der das Meer im Sturme aufregt und wieder beſaͤnftigt, der allein Gewalt uͤber ſein Toben und Macht uͤber die Ungeheuer ſeiner Tiefe hat, als ſeinen Beherrſcher anerkennt, ſo mochten die Einwohner von la

Rochelle, der ſchönen Meerſtadt, auch nur ihm allein

gehorchen, und nicht Gehör geben dem verhallenden Men⸗ ſchenwort, welches ſich fu Gotteswort frech genug aus⸗