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„Haſt Du es nicht ſchon gethan, braver Junge? Wagteſt Du nicht Dein eignes Leben an das meinige, als Du, Du ganz allein mich aus dem Haufen der wuͤthenden Papiſten heraushiebſt? Die Namen St. Denis und Theophile Charlot ſtehen mit Flammenſchrift in meine Seele gegraben. Doch ſieh, ſeit jenem wichti⸗ gen Augenblick, wo Du mich, den heftig Blutenden, aus dem Gemetzel heraus riſſeſt, ſind wir faſt täglich zu⸗ ſammen geweſen, haben uns unſre Herzen gegenſeitig aufgeſchloſſen, und ſind die innigſten Freunde geworden,
und doch weiß ich von Deinem Leben nur Weni⸗
ges, Unzuſammenhaͤngendes, was der Zufall Dir ent⸗ vockte. Ich habe Dir dagegen die kleinſten Umſtande meiner fruͤhern Laufbahn umſtaͤndlich mitgetheilt. Willſt Du mir nicht, ehe wir von einander gehen, die große
Freude bereiten, mich mit Deinen Schickſalen bekannt
zu machen?“
„Es gibt nichts Einfacheres, als die Geſchicht meines Lebens,“ entgegnete Charlot,„und blos weil ſie ſo arm iſt an merkwuͤrdigen Begebenheiten, hab' ich es bis jetzt nicht der Muͤhe werth erachtet, Dir viel davon vor zu ſagen. Doch da Du es wuͤnſcheſt, ſo geſchehe es. Verſprich Dir alſo nicht einen ſo abenteuerlichen Lebens⸗ lauf, wie der Deinige iſt; ich bin weder ſo arm ge⸗ weſen, noch ſo reich geworden, wie Duz habe ſtatt mei⸗ nes geſtorbenen Vaters keinen Pflegevater gefunden, und noch viel weniger eine ſo herrliche, liebenswuͤrdige Braut, wie Deiner Beſchreibung nach die Deinige iſt.


