zutreten, aber Du weißt— ich habe Dir ja mein gan⸗ zes Leben mit all ſeinen wunderlichen Verhäͤltniſſen wie eine Landcharte aufgerollt— Du weißt, daß ſehr hei⸗ lige Pflichten mich nach Hauſe rufen. Mein alter, ehr⸗ wuͤrdiger Pflegvater hat vielleicht nur wenige Tage noch zu leben, und gern möchte er meine Hand in die ſeiner engelreinen Tochter fügen. Hätte der Krieg mir die ei⸗ ſerne Nothwendigkeit auferlegt, noch länger im Felde zu verweilen, ſo war es Gottes Sache, fuͤr die ich ausharrte; nun aber der Friede geſchloſſen; war ich geſtern der Erſte, welcher, eh' noch das Heer aufgelöſt werden möchte, um ſchleunige Entlaſſung bat. Da hörte ich von Coligni mit Entzuͤcken, daß er Dich dieſen Morgen als Eilboten nach la Rochelle abſchicken wurde, und ſo hat es denn der Himmel gefugt, daß ich mit meinem liebſten beſten Freunde wenigſtens einen Tag noch zuſammen reiſen kann.“ 4
„Und glaubſt Du, daß das Heer der Calviniſten wirklich entlaſſen werde?“ n
„Ich horte, es ſei dies eine der erſten Friedens⸗ bedingungen der Koͤnigin, welche der Prinz auch ohne Weiteres eingegangen ſei. Die Gewißheit wird in des Admirals Briefen an den Buͤrgermeiſter d Alban ſtehen, und Du nach Uebergabe derſelben in la Rochelle Alles ge⸗ nau erfahren. Ich aber zweifle keinen Augenblick daran.“
„O weh! dann ſind wir ja ganz in die Hände der Koͤniglichen gegeben.“


