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es glauben möchte. Die Konigin macht ſchnell Frieden, weil wir ſeit einem Jahre, nach der mörderiſchen Schlacht bei St. Denis, in allen nur moglichen Vortheilen waren, weil die katholiſche Partei, gleichſam ganz vernichtet, ihrem erbaͤrmlichen König nicht die mindeſte Unterſtutzung hätte angedeihen laſſen koͤnnen, wenn wir nur einen tuͤchtigen Schlag auf ihn ausgefuͤhrt haͤtten. Der Prinz Condé macht ſchleunig Frieden, weil— ich kann's kaum glau⸗ ben, aber der Oberſt d'Alban hat's uns noch geſtern ver⸗ ſichert— weil er ſich nach den Umarmungen der ſchoͤnen Hofdamen in Paris ſehnt und ſich bei uns erſchrecklich langweilt. Und enblich der brave Admiral muß wohl Frieden machen, aber er ſchließt ihn aus reiner Men⸗
ſchenliebe, aus Patriotismus ab; denn es jammert ihn
ſelbſt der katholiſchen Hunde, weil ſie Franzoſen ſind.“ „Aber Du ſollſt ſehen, Charlot,“ erwiederte
d'Armevall,„daß die ſchlaue, Raͤnke ſchmiedende Koͤnigin
den Prinzen und den Admiral beider Naſe fuͤhrt und uns
Alle mit. Neue Kraͤfte will ſie ſammeln, eine tuͤchtige
Heeresmacht aufbringen, ganz Frankreich noch gegen uns aufwiegeln, veshalb macht ſie Friede. Gott mag's einſehen, wie der Prinz ſo verblendet ſein konntes ich begreif' es nicht. Ja, wenn es das Erſtemal waͤre, aber wie oft iſt ſie ſchon wl⸗ und treubruͤchig an ihm und uns geworden. SciLiebe zum weiblichen Geſchlecht muß doch ein wahr Raſerei ſein. Und das muß man ſagen, die Koͤnigin hat ſeine Leidenſchaften ſtudirt und weiß, womit ſie ihn kirren kann. Die ſchoͤnſte ihrer


