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„Ei, ei! ſind wir denn ſchon lebensmatte Greiſe, oder wuͤthen die Buͤrgerkriege noch in Frankreich und ſtehen wirt noch unter des tapfern Coligni's Fahnen, den Papiſten gegenuͤber, daß Du Dich Todesgedanken uͤber⸗ laſſen darfſt, Charlot? Es hängt Dir ſtark an, daß unſte Prieſter Einem ewig von Tod und Verdammniß vorſagen. Wir haben das ſchoͤne Leben zur groͤßern Hälfte noch vor uns, Theophile; und wir werden uns wiederſehen, viel⸗
leicht recht bald. Denke nicht an den Tod! Haben doch Papiſten und Calviniſten Friede gemacht. Iſt das nicht allein ſchon luſtig genug?“ ſEine ſchone Art Frieden wieder!“ verſetzte Siet tot ärgerlich.„Wie's nur der Admiral zugeben konnte! Ich an ſeiner Stelle hätte mich widerſetzt.“
„Wie das Haupt will, ſo muͤſſen die Glieder. Der Prinz beſtand auf dem Frieden, wie hätte der Ad⸗ miral ſich deſſen kluͤglich weigern koͤnnen? Und ſein treues, verſöhnliches, chriſtlich-mildes Herz iſt j ja ſtets zum Frie⸗ den geneigt. Der Krieg iſt ihm eine Marter und Qual; jeder Tropfen franzoſiſches Blut, welches in dieſem unſe⸗ ligen Streite vergoſſen wird, preßt ihm bittre Thränen aus. Hätte er ein wenig mehr Mißtrauen in ſeiner gro⸗ ßen Seele, er wuͤrde manchmal anders und vorzuͤglich jetzt anders gehandelt haben. Aber der edle Mann mißt Andre nur nach ſich ſelbſt; woher ſoll er auch den Maß⸗ ſtab fur die Handlungen niedriger Seelen nehmen?“
„So ſind nun die Beweggruͤnde zu dieſem uͤber⸗ eilten Frieden ſo ganz verſchiedener Art, daß man kaum


