Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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dem Orden beſtraft. Der Verbrecher wird auf einen Eſel geſetzt, das Geſicht ihm ſchwarz und weiß bemalt, und er ſo bei Trommelſchlag durch die Straßen ge⸗ fuͤhrt. Dieſer Fall iſt jedoch ſelten. Die Rahaans bereiten ſich niemals ihr Eſſen ſelbſt, ſondern ſie er⸗ halten es ſchon gekocht von den Laienz ſie ſpeiſen nur ein Mal des Tages und genietßen alles kalt. Mit Ta⸗ gesanbruch ſendet jedes Kloſter eine Anzahl ans ihrer Mitte, welche mit einem blaulakirten Kaſten durch die Straßen gehen. Jeder wirft dann Reis, getrock⸗ nete Fiſche und Fruͤchte in denſelben. Die Sammler ſchlagen ihre Augen nie auf und ſehen nie den Geber an. Den Ueberfluß erhalten durftige Fremde oder arme Schulkinder.

Die Beroͤlkerung von Ranguhn kann man auf 30,000 Seelen rechnen. Da die Stadt lange ein Zu⸗ fluchtsort für Schuldner war, ſo fanden ſich ſolche aus allen Gegenden des Drients ein. Die ſogenannte Börſe hietet einen Zuſammenfluß von fremden Kauf⸗ leuten dar. Malabaren, Mongolen, Perſer, Armenier, Portugieſen, Framoſen und Englaͤnder laufen durch einander. Dieſe Nationen leben nicht nur allein in volliger Sicherheit, ſondern ſie genießen auch die un⸗ geftoͤrteſte Religionsfreiheit.

Dr. Buchanan ging gewoͤhnlich an der Weſt⸗ ſeite des Fluſſes umher und hatte ſo Gelegenheit, Maindu, die Reſidenz des Statthalters von Dalla, zu ſeben. Maindu hat eine einzige lange Straße;