Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

Die Birmanen lieben, wie alle Drientalen Prozeſſſonen; jede Woche iſt entweder ein Leichenzug, oder nach den Vermoͤgens⸗ Umſtaͤnden des Todten eine offentliche Verbrennung, oder die Einweihung eines Knaben zum Prieſterſtande. Im letzten Falle ſparen dieEltern keine Koſten; die Hauptausgaben ſind Gaſtmaͤler und Geſchenke an die Rhahaaus(Prie⸗ ſer). An einem beſtimmten Tage reitet der Noviz, gelb gekleidet, auf einem geſchmuͤckten Pferde, wel⸗ ches zwei Knechte führen, durch die Straßen. Vor⸗ aus geht eine Anzahl Muſikanten, ein Haufe Rhahaans umgibt ihn; dann folgen ſeine maͤnnlichen Freunde und die weiblichen beſchließen den Zug⸗ Geſchenke für die Prieſter auf den Koͤpfen tragend. So geht der Zug zum Kloſter; dieſe Zeremonie wird dreimal wie⸗ derholt; jedesmal ſind neue Geſchenke noͤthig.

Die Kloſter beſtehen ganz aus Holz, das Dach hat mehrere Abſaͤze, welche auf Pfeilern ruhen; das In⸗ nere iſt eine große, auf allen Seiten offene Halle. Die Rhahuans haben keine Zellen, ſondern Publizitaͤt iſt das Hauptſyſtem der birmaniſchen Religion und Re⸗ gierung. Die Anzahl der Rhahaans um Ranguhn beläuft ſich mit Einſchluß der Novizen auf 4600. Sie gehen baarfuß, mit geſchornem, immer unbedeckten Haupte. Die Prieſterſchaft kleidet ſich ausſchließlich in gelb; ihre Kleidung iſt ein weiter Mantel, welcher um den ganzen Körper geſchlagen wird. Sie leben im Cölibat; Ausſchweifungen werden mit Ausſtoßen aus