Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

2¹13

ten, ſo erhielten wir doch taͤglich Reis, Del, Tama⸗ rinden und Gewuͤrze fuͤr unfere indiſchen Leute; ich aber Blumen und Fruͤchte. Da ſie nach ihrer Reli⸗ gion nur wilde getoͤdtete Thiere effen durften, ſo ſchickte der Vicekoͤnig(Maywuhn) nie Fleiſch. Meine Leute kauften aber taͤglich Huͤhner, Ziegenlaͤmmer und wilde Antilopen, welche wir Nachts toͤdteten, um nicht das Vorurtheil der Peguaner gegen uns zu erregen. Den 10. April wohnten wir in dem Hauſe des May⸗ wuhn einem Schauſpiele bei, deſſen Ausfuͤhrung alle indiſchen Schauſpiele weit uͤbertraf, welche ich je ge⸗ ſehen hatte.

Am 12. April, dem letten Tage des birmaniſchen Jahres, wurden wir von dem Maywuhn eingeladen, an einer Luſtbarkeit Theil zu nehmen, welche an die⸗ ſem Lage durch ganz Birma getrieben wird. Um alle Flecken des alten Jahres abzuwaſchen, herrſcht die Gewohnheit, daß die Weiber jeden Mann, wel⸗ cher ihnen begegnet, mit Waſſer beſpritzen; dieſe duͤr⸗ ſen dann nichts anders thun, als daß ſie die Weiber wieder begießen.

Am Abende gingen wir zum Maywuhn, und fanden drei große Keſſel mit Waſſer zu unſerm Em⸗ pfange in Bereitſchaft; jeder von uns erhielt eine

Flaſche Roſenwaſſer. Die Gemahlin des Maywuhn begoß uns nicht, aber ihre kleine Tochter, noch auf den Armen der Amme, begoß mit einem goldenen Schaͤlchen erſt ihren Vater, dann uns. Nun wurden