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Schreiben des Generalgvuverneurs, welches er vor ſich hinlegte, und dann von gais gleichguͤltigen Dingen ſprach. In Worten und in Betragen war er erſtaun⸗ lich hoͤflich. Nach einer haibſtuͤndigen Unterreduns lud er uns auf den andern Tag zu einem großen Feuer⸗ werke ein und entfernte ſich ohne Ceremonien. Hier⸗ auf wurden wir mit Thee und Zuckerwerk bewirthet⸗ dann fuͤhrte uns Baba⸗Schihn auf den aͤuferſten Balkon, um die verſchiedenen Geſellſchaften, welche Feuerwerke geben ſollten, zu ſehen. Es iſt hier Sitte, daß die nicht zu entfernten Diſtrikte eine Anzahl Maͤn⸗ ner und Weiber abſenden, um die uͤbrigen Einwohner bei dem Feſte vorzuſtellen. Dieſe Geſeüſchaften ſuchen einander an Pracht der Feuerwerke zu uͤbertreffen und ziehen den Abend vor der Feierlichkeit in Proteſſion vor der Wohnung des Vieekoͤnigs vorbei. Bei dem Feuerwerke waren die Raketen außerordentlich ſchön, ſonſt aber nichts merkwurdis. Zu bemerken war an dieſem Tage das ſtille und ruhige Betragen des Volkes. Die vier folgenden Tage waren wir von Luſtbar⸗ keiten verſchont, dagegen hatten wir deſto mehr Be⸗ ſuche. Die niedern Klaſſen umgaben den ganzen Tag das Haus; die etwas Vornehmern kamen in das große Zimmer ohne Umſaͤnde, wagten aber nie eine Thuͤre anzuruͤhren. So wie ſie kamen, ſetzten ſie ſich nieder, ſprachen und fragten nichts und ruͤhrten auch nichts . an. Am meiſten fiel ihnen unſere Art zu eſſen auf. Obgleich wir wenig mit dem Vizetoͤnig verkehr⸗


