Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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bloß im Fauſtkampf und Ringen. Die Kaͤmpfe dauer⸗ ten nur bis auf einer Seite Blut floß, oft auf Befehl des Vicekoͤnigs noch kuͤrzer. Gebuͤckt krochen dann beide Kaͤmpfer zu ihm und beruͤhrten mit der Stirns die Erde. Dann echielten ſie von einem Diener des⸗ ſelben zwei Stuͤcke Baumwollenieug üͤber die Schul⸗ tern gebreitet; ſo beſchenkt entfernten ſie ſich in der⸗ ſelben Stellung. Waͤhrend dieſes Schauſpiels, wel⸗ ches 3 Stunden andauerte, erhielten wir Thee und Confituren in Menge.

Den folgenden Tag wurden wir in das Haus des Vicekoͤnigs eingeladen. Baba⸗Schihn holte uns wieder mit Pferden ab; vor uns zogen unſere Diener und die Wache; s Birmanen trugen die obenerwaͤhn⸗ ten Geſchenke. In der Mitte eines viereckigen Hofes ſtand das Wohnhaus des Vieekoͤniges und um das⸗ ſelbe die kleinern Gebaͤude ſeiner Familie. Wir zogen unſere Schuhe aus und wurden durch einen Saal in eine Halle gefuͤhrt, in welcher eine Menge Menſchen mit untergeſchlagenen Beinen ſaß und den Vicekoͤnig erwartete. Wir ſaßen auf Teppichen, indem die Ge⸗ ſchenke vor uns hingeſtellt waren. Bei der Erſchei⸗ nung des Vicekoniges warfen ſich die Leute desſelben nieder; wir aber verneigten uns nicht, weil nichts von uns verlangt wurde. Durch Baba⸗Schihn ließ ich ihn von der freundſchaftlichen Abſicht unſerer Reiſe in Kenntniß ſetzen und zur Annahme der Geſchenke bewegen. Dann ſtnd ich auf und uͤberreichte das