Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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cher uns mit vieler Hoͤflichkeit in unſere Wohnung fuͤhrte, welche weit beguemer, als die vorige war. Sie lag einige hundert Schritte vom Thore, aber innerhalb der alten Feſtungswerke. Wie faſt alle bir⸗ maniſchen Haͤuſer war der Boden einige Fut hoch uͤber der Erde, die Waͤnde aus Bambus und Matten⸗ und ſchlecht mit Binſen bedeckt. Jeder hatte ein klei⸗ nes Schlafzimmer; ein großes war zum Eſſen und Beſuche beſtimmt. Für unſere Diener waren Huͤtten errichtet; eine Wand von Bambus⸗ Paltſaden umgab das Ganze und bildete einen geraͤumigen Hof. Bald nach unſerer Ankunft kamen zwei Offiziere, uns im Namen des Vieekoͤnigs zu bewillkommnen. Das Anerbieten des Viecekoͤniss am großen Tem⸗ pel Schomadu, die großen Feſtlichkeiten des Neu⸗ jahrtages zu ſehen, ohne vorher ihn zu beſuchen, nahm ich mit Vergnuͤgen an. Als uns am andern Tage Baba⸗Schihn abholte, brachte er drei kleine geſat⸗ telte Pferde, wie die Vornehmen in Hindoſtan ſis haben. Auf dieſen Pferden ritten wir durch eine langs Straße zum Tempel, wo wir ſtil hieiten, um die Prozeſſionen mit anzuſehen. Zuerſt kamen ziemlich langſam und einzeln Wachen des Vicekoͤnigs, unge⸗ fähr soo ſchlecht bewaffnete und eben ſo gekleidete Leute. Ein Theil war halbnackt und trus einen Schurz um den Unterleib, ein anderer hatte Sammt oder Tuch⸗ rocke, ohne Ruͤckſicht, ob ſie paßten. Einige trugen hollaͤndiſche Huͤte mit breiten Raͤndern und goldenen