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unermeßliches Land, dreißig Meilen in gerader Rich⸗ tung, ganz eben, und mit Spuren ehemaliger Größe angefullt. Dieſer ſchoͤne Erdſtrich dient jetzt zum trau⸗ rigen Beweiſe der Folgen einer ſchlechten Regierung, unbeſchraͤnkten Ehrgeitzes und grauſenvoller Buͤrger⸗ triege. Aebars Grabmal umgeben viele andere Graͤ⸗ ler, unter welchen einige ſehr ſchoͤn ſind. Wahrſchein⸗ lich decken ſie die Ueberbleibſel gewiſſer Zweige ſeines Hauſes.
Auf der Heerſtraße von Agra nach Delhi gibt es viele kleine Gebaͤude mit viereckigten Fußgeſtellen, auf welchen ſich ein Keil, ungefaͤhr 8 Fuß hoch er⸗ hebt. In dieſem Keile ſind eine Menge viereckigter Höhlen angebracht, worein man zum Schrecken des Volfes die Haͤupter der Miſſethäter ſetzte. Suͤdottlich
der Stadt Agra liegt ein ſchoͤnes Denkmal, vom Kaiſer Schach Jehan ſeiner geliebten Gemahlin Taje Mahel errichtet, nach deren Namen es ge⸗ nannt iſt. In der Nahe dieſes Gebaͤudes war ein großer Baſar oder Marktplatz fuͤr die reichen Manu⸗ fakturen Indiens und fremder Laͤnder. Er beſtand aus ſechs Hoͤfen; große offene Hallen liefen rings umher. Teia Mahel erhebt ſich unmittelbar am Strom; ſein Grund iſt rother Dunderſtein. An den ußeren Enden ſind achteckigte Pavillons, jeder von drei Stockwerken Auf dem naͤmlichen Grunde ſteht an jeder Seite noch ein großes Gebaͤude, dem andern vollkommen aͤhulich. Jedes hat drei Kuppeln von
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