Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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des alten Delhi. Aber der Name und das Reich iſt dahin. Dieſe neue Stodt zu bevoͤlkern, ſagt man, habe er die Haͤlfte der Einwohner von Agra dorthin verfuͤhrt. Dadurch verfiel Agra augenblicklich, und ſo war es noͤthig, für des Volkes Sicherheit noch eine Mauer zu errichten, die innerhalb der alten eine Art Kreis ſchließt. Was nun zwiſchen beiden Mauern lliegt, iſt ein Schutthaufen. Selbſt die innere Mauer wird nur ſchlecht unterhalten, und man erkennt gar wohl, daß ſie groͤßtentheils aus verfallenem Gemaͤuer beſteht, ausgenommen die Seite gegen das Delhi⸗ Thor der Feſtung, wo ſich die große Moſquee befin⸗ det, von rotben Steinen, aber auch ſchon baufaͤllig. Daran liegt die Tſchok, oder Boͤrſe, jetzt in Truͤm⸗ mern. An der oͤßlichen Seite der Feſtung lag die kai⸗ ſerliche Reſidenz, von weißem Marmor erbaut, und mit vergoldeten kupfernen Zierathen geſchmuͤckt. Drei Koß, oder etwas weiter von Agra, auf der Heer⸗ ſtraße nach Delhi, zu Seeundrii ſteht das Grab⸗ mal des Kaiſers Aebar. Es befindet ſich ein unge⸗ heures Gebaͤude in einem Garten, regelmaͤßig mit wilden und Frucht⸗Baͤumen und viel bluͤhenden Stau⸗ den bepflanzt. Rund umber geht eine Mauer, die vielleicht zwanzig engliſche Morgen Landes einſchließt. Das Grabmal ſteht in der Mitte des Gartens. Es iſt ein viereckigtes Gebaͤude, mit Thoren nach allen Sei⸗ ten, und mit großen Pavillons an den Ecken und über den Thoren. Es hat fuͤnf Stockwerk, die nach und