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wuͤrdig iſt in dieſer Stadt ein Natur⸗Erzeugniß, der Banyan⸗Baum, der ſedes Fremden Aufmerkſam⸗ keit erregt. Die Zweige dieſes Baumes ſenken Sproͤß⸗ linge in die Erde, dieſe faſſen wieder Wurzeln, er⸗ zeugen und bringen Neue hervor, ſo daß beinahe 100 Menſchen ſich vor der laͤſtigen Hitze, Sturm und Re⸗ gen ſchuͤtzen koͤnnen. Dreißig Meilen weiter liegt Mongheir. Das Land iſt trefflich beſtellt, Wege ſind gut, Doͤrfer reizend, Die Stadt iſt eine alte Feſtung; eine Seite deckt der Ganges, die Land⸗ ſeite ein tiefer Graben. Sie hat Waͤle, Thuͤrme und beſetzte Thore. An der Heerſtraße liegen Grabſtaͤtte der Muſelmanner. Ruͤhrend iſt der Anblick der Zu⸗ ruͤckgebliebenen, die mit Lampen in Haͤnden zu jenen Staͤtten wallen. In dieſen Ländern iſt der Banyan⸗ Baum die groͤßte Wohlthat wegen der dringenden Hitze; daher die wohlthaͤtige Anlegung von Brunnen und Caravannen⸗Haͤuſer, wo Reiſende Herberge er⸗ halten. Bewunderungswuͤrdig ſind die Braminen, die aus lauter Andacht, weder ſehen, noch hoͤren, was um ihnen vorgeht.
LI. Weßtlich am Ganges aufwärts liegt Patna, die Hauptſtadt und der Regierungsſitz der Provinz Bahar, mit 100,000 Einwohnern. Hier befinden ſich die vorzuglichſten Staats⸗ und Handels⸗Bedien⸗ ten, und Gerichtshoͤfe der Provinz. Die Gebaͤude ſind hoch, die Straßen eng und unrein. Jenſeits Patng am Soane⸗Fluſſe liegt die Moſaure von Moon⸗


