Teil eines Werkes 
2. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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11¹⁰ geendet hat. Hauptſaͤchlich mild und gaſifreundlich ſind ſie gegen Fremde. Dieß beweiſen ſie bei Ankunft eines fremden Schiffes? denn ſchnell ſegeln ſie entge⸗ gen, draͤngen ſich Schaarenweiſe an Bord, und neh⸗ men die Fremden in ihre Landes⸗Boͤte auf. Dieſe haben keinen Kiel, ſondern hohe Seiten, einen fla⸗ chen Boden, und ſind mit den Zaſern des Coeeus⸗ Baumes zuſammengeheftet und gefuͤttert. Um bei den beftigen Stoͤßen der Brandung nicht umzußuͤrien⸗ ſind auch zwei Floͤße beigegeben, die Kattama⸗ rans heißen.

Die Landung geſchieht bei der Feſtung Madras. Merkwuͤrdig iſt der Einwohner Bekleidung: denn Einige ſind nackt, Andere in Kleidern ganz eingehuͤlltz auch iſt bei ihnen die Eigenthuͤmlichkeit, daß Maͤnner ihre Weiber in Palankins auf den Schultern tragen, Maͤnner hingegen in weiblicher Tracht zu Pferde ſitzen.

Dieſes ſo herrliche Land erfreute ſich aber nicht lange der Ruhe: denn bald brach Hyder Aly in Madras Fluren verheerend ein. Der 48. Juli 1780 war der Tag, an welchem das Volk ſich nach Ma⸗ dras flͤchtete, um hier Schutz zu ſuchen. Graͤßlich war der Anblick der Ungluͤcklichen. Hier ſah man Muͤtter, den Saͤugling an der Bruſt, ihre geringe Habe rettend; dort Maͤnner, ihr Vieh vor ſich her⸗ treibend, um es der Wuth des Feindes zu entreißen. Verwuͤſtend war der Krieg; doch bald wurde des Ober⸗ ſten Baillie Detaſchement geſchlagen, und die Trup⸗