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befinden ſich goldene Halbmonde oder Halbſonnen. Oben an den Ohren haͤngen goldene Blaͤtter, welche die offenen Dhren bedecken. In dem geſpaltenen Ohrlaͤppchen ſind goldene Ringe, und um den Hals goldene Ketten, Perlen und Korallen. Den DOberarm zieren goldene oder ſilberne Armbaͤnder, den Vorder⸗ Arm Spangen von Silber oder Gold. An den Fingern ſiecken Ringe, und den Leib umgiebt ein Guͤrtel, welcher bei einigen ſchmal, bei andern breit iſt. Un⸗ ten an den Beinen haben ſie ſilberne Spangen, und Reife mit verſchiedenen Zierathen.
Wenn ſie mannbar geworden ſind, werden ſte noch einmal in den vorgeſchriebenen Seremonien ge⸗ pruͤft; dann vermiſchen ſie ſich mit Maͤnnern. Sie gehen des Dages dreimal in die Pagode, Morgens, Mittags und Abends, und tanzen vor den Goͤtzenbil⸗ dern. Eine jede erhaͤlt taͤglich eine beſtimmte Portion Reis; ihre Haͤuſer werden auf Unkoſten der Pagode gebaut und unterhalten.
Die Tochter werden bis zum sten Jahre ſorgfaͤtig erzogen, ohne zu etwas angehalten zu werden. Im ten Jahre lernen ſie die Speiſen bereiten, Matten ſlechten und Wolle ſpinnen; im 9— 10ten Jahre wer⸗ den ſie verheirathet, und von dieſer Zeit duͤrfen ſie nicht mehr allein ausgehen, ſondern nur in Begleitung von 2—3 Frauensperſonen. Nach der Heirath bleiben ſie ſtets in dem Hauſe ihres Mannes. Die Tuchter der Koͤnige lernen Leſen, Schreiben und bekpeiben


