Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

81

Wiſchnu und Rudirer, und mit ihnen zugleich alle 330.000,000 Goͤtter au. Aus der Pagode werden Blumen⸗Kraͤnze und Mehl von Sandelholz gebracht, und die Zeremonien werden verrichtet, welche Statt ſinden, wenn eine Weibsperſon mannbar wird. Dann legen ſie die Traubinde(eine aus Gold gearbeitete Figur, faſt wie ein Herz mit einem Geſichte) auf ein⸗ holzerne Schoͤßel, welche der Bramane nimmt, und unter den geboͤrigen Gebetsformeln einſegnet. Hier⸗ auf fuhrt er Braut und Braͤutigam mit in einander geſchlagenen Haͤnden dreimal um die in dem Hoſe geſetzte Saͤule, und läßt beide ſo niederſetzen, daß ſie ihr Geſicht gegen Morgen wenden. Der Bramane reicht dem Braͤutigam die Traubinde, welcher ſie der Braut umhaͤngt. Nach dieſer Zermonie werden die Brautleute im Zuge durch die Stadt gefuͤhrt.

Wenn ein Knabe in die Schule gebracht werden ſoll, ſo wird das ganze väterliche Haus gewaſchen und gereiniget. An einem gluͤcklichen Tage laſſen die Eltern den Schullehrer mit allen ſeinen Lehrkindern in das Haus kommen. Sie haben nun ein Goͤtzenbild vor ſich, neben demſelben einen Klumpen Kuh⸗Miſt, ein Rauchfaß und Dpfergaben. Der Schulmeiſter ſchreibt von dem Buchſtaben⸗Buchz Blaͤtter, beſtreicht ſie mit gelber Cureuma⸗ Farbe, raͤuchert ſie ein wenig an, und laͤßt ſie von den anweſenden Freunden be⸗ ruͤhren. Der geſchmuͤckte Knabe muß ſich dann drei⸗ mal vor dem Göoͤtzenbilde verbeugen, und die auf den 66. Vd. Indien. I. 6