Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

mie, Geometrie und Alchemie. Unter den malaba⸗ riſchen Heiden findet man 48 Sprachen, deren vor⸗ zuͤglichſte das Kerendum, Damul und War⸗ dagu ſind. Das Kerendum iſt die Mutterſprache der Bramanen und in Malabar eben ſo ange⸗ ſehen, wie bei uns die lateiniſche Sprache. Die gemeinſte oder die eigentliche malabariſche Sprache iſt das Damul, welches ſich uͤber 400 Meilen er⸗ ſtreckt, und auch in vielen fremden Koͤnigreichen be⸗ kannt iſt. Sie iſt eine ganz eigene Sprache, ange⸗ nehm zu hoͤren, dabei ſehr zierlich und wortreich. Ihre Woͤrter ſind ſchwer auszuſprechen, und eben ſo ſchwer zu leſen, als die Hebraͤiſchen.

Die Malabaren ſind gegen einander aufrichtig und treu, nicht aber ſo gegen die Chriſten geſinnr. Unzucht iſt das allgemeinſte Laſter unter ihnen; ſie haben Scharfſinn, Mitleid mit Armen, ſind beredet, und hoͤren gerne ernſthafte Geſpraͤche an.

Unter den malabariſchen Wiſſenſchaften be⸗ hauptet die Medizin den erſten Platz. Ziegenbalg fand ſehr ſchoͤne Buͤcher uͤber dieſe Wiſſenſchaft, und bedauert nur wegen Mangels an Zeit, nicht ein oder das andere uͤberſetzen zu koͤnnen. Die gefaͤhrlichſten Krankheiten bei den Malabaren ſind: Laͤhmung aller Glieder, Verſtopfung der Luftroͤhre, und das kalte Fieber. Sie reden und ſchreiben viel von den Winden im Leibe, und nehmen beſonders zehn derſel⸗ ben an, welche ſie nach ihren beſondern Gängen wie⸗