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Zufrieden mit dem, was die Natur freiwillig Bibt, verſtehen ſie ſich nicht auf Kauf und Verkauf. Gold, Edelſteine, Perlen verachten ſie. Wie ſie nie eine erbetene Gabe verweigern, ſo ſind ſie auch im Begehren unverſchaͤmt. Als das feſteſte Band der Freundſchaft gilt ihnen die Vermiſchung mit ihren Weibern und Loͤchtern, welche ſie ihren Freunden zum willkührlichen Gebrauche anbieten.
Die Verſtorbenen beerdigen ſie; legen aber zu ihren Haͤuptern Lebensmittel hin; oder ſie tragen den, welcher dem Tode nahe ſcheint, in ſeinem Schlafnetze in einen Wald, haͤngen es zwiſchen zwei Baͤume, tanzen bis zum Abend um ihn herum, laſſen aber ſo viel Waſſer und Speiſe zuruͤck, daß er 4 Lage leben kann, und ziehen nach Hauſe. Geneſet nun der alles Beſuches Entbloͤßte wieder, ſo wird er bei der Ruͤckkehr in ſeine Wohnung mit vielen Feierlichkeiten empfan⸗ gen; ſtirbt er, ſo wird ihm kein weiteres Begraͤbniß zu Theil. Gegen ihre Krankheiten wenden ſie ganz eigenthuͤmliche Mittel an. So ſahen wir oͤfters, daß ſie einen Fieber Kranken, zur Zeit des Fiebers, in eiskaltem Waſſer badeten, dann einige Stunden um ein Feuer zu laufen zwangen, hierauf zur Ruhe brach⸗ ten; viele wurden auf dieſe Weiſe geſund. Sonſt eſſen ſie auch 3 bis 4 Tage nichts, laſſen zur Ader in den Lenden und der Wade, und erbrechen ſich auf das Kauen eines Krautes. Ihre Nahrung beſteht in Wurieln, Kraͤutern, Fruͤchten und Fiſchen; Gettaide


