Teil eines Werkes 
2. Th., 1. Bdchn (1831)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10

Weiber, ſo viel er will, ohne Bedenken; auch den Weibern kömmt in Bezug auf die Maͤnner gleiche Befugniß zu. Beſonders ſind die Weiber ungemein wohllſtig, ſehr fruchtbar, und ſcheuen waͤhrend ihrer Schwangerſchaft keine Arbeit; ſie gebaͤren ſo leicht, daß ſie an dem Tage ihrer Entbindung uͤberall herum gehen, und ſich ſogleich im Fluſſe baden. Dabei ſind ſie der Grauſamkeit und efnem boͤsartigen Haſſe ſo ergeben, daß ſie, wann ſie von ihren Maͤnnern auf gereitzt werden, durch ein ſchnell bereitetes Gift die Geburt abtreiben. Sie ſchaͤmen ſich ihrer wechſelſeiti gen Nacktheit nicht. Es waͤre ein Wunder, eine Frau mit ſchlaffen Bruͤſten oder einem herabhaͤngenden Bauche zu ſehen. Denn alle haben nach ihren Ent⸗ bindungen ein friſches Ausſehen, als haͤtten ſie nie geboren.

Wir haben nicht wahrgenommen, daß dieſes Volk einiges Geſetz haͤtte. Dort raucht kein Dpfer, dort iſt kein Bethaus. Ihre Wohnungen ſind gemeinſchaftlich, aus großen Baumſtaͤmmen nach Art der Zelten aufge⸗ fuͤhrt, mit Palmenblättern gegen Wind und Wetter gedeckt, und ſehr geraͤumig, ſo daß wir deren fanden, welche 600 Mann faßten. Alle 7 oder s Jahre veraͤn⸗ dern ſie ihren Aufenthalt, weil die Luft durch laͤngeres Verbletben verdorben wuͤrde. Ihre Reichthuͤmer be⸗ ehen in Vogeiſedern verſchiedener Farben, Kuͤgelchen

aus Fiſchknochen, gruͤnen und weißen Steinen, die ſie zur Zierde an Vacken, Dhren und Lippen haͤngen.