Teil eines Werkes 
4. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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ſen. Als die Tuͤrken ſich Argos naͤherten, brann⸗ ten die Griechen die Stadt ab, und die fllehenden Einwohner wurden von den Mainotten, ſtatt von ihnen unterſtuͤtzt zu werden, gepluͤndert. Gleiches Schickſal hatte viele der Fluͤchtliuge aus Tripolizza durch eben dieſe Mainotten getroffen und in dem kleinen griechiſchen, zwiſchen Keilen Hoͤhen gelegenen Gebirgs-Dorfe fanden die Fluchtlinge, meiſtens was Weibern, Kindern und Gretſen beſtehend, weniges Gras fuͤr ihre zerſtreuten Ziegen und Huͤhner und mußten ſich meiſt von Brod und Milch ernähren. Auch in dieſem einſamen Dorfe hoͤrten im aͤußerſten Elende die ſchoͤnen Türkinnen nicht auf, die Nägel ihrer kleinen, zierlichen Haͤnde mit rother Hennoch oder Henneh zu faͤrben. Begegnete man hier den Gefan⸗ genen menſchlich, ſo ließen ſich doch die Griechen nicht bewegen, ſie entrinnen zu laſſen.

Auf Carne's Reiſe von Tripolizta nach der Käſte, ging ſein Pfad durch eine rauhe und ſteinige Gegend; auch begegnete er in einem Paſſe einem Corps griechiſcher Vauern, welches zur Armee ſtoßen wollte, und von einem militaͤriſch gekleideten Popen begleitet wurde, welchen ſeine Landsleute gezwungen hatten⸗ mit zu gehen. In einem kleinen Dorfe wurde Carne ungaſtfreundlich aufgenommen, und mußte die Nacht unter einem ſchattigen Baume zubringen. Am folgen⸗ den Tage begegnete er Griechen, welche in den Ge⸗ fechten mit der türkiſchen Armee verwundet worden waren, und erreichte gegen Abend ein tiefes, grünes Thal, mit einem kleinen Bache, wo man ihm zum Abendeſſen eine junge Ztege lieferte. Am dritten Tage erſtieg er einige hohe mit Waid bedeckte Berge, rei⸗ ſete dann durch ein fruchtbares Land und weilte Mit⸗ tags an einer Quelle, bis er Abends in einer einſa⸗ uen Huͤtte Quartier ſuchen wollte. Das Wetter war ſo rubig und die Soune ging ſo glaͤnzend hinter dem