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wilden Gebirge unter, daß er das Haus des Bauern nicht betrat, ſondern mit den Seinen die Nacht unter freiem Himmel zubrachte. Am vierten Abend erreichte er ſpaͤt die Seekuͤſte und ſah Lickt in einem Wein⸗ hauſe, im Dorfe Klaranza, wo er einige Bequem⸗ lichkeiten fand und 8 Tage blieb, bis er ein Boot fand, um ihn nach Sante hinuͤber zu ſchiffen. Schon am naͤchſten Morgen ſah er die Felſen der Inſel vor ſich.
Weil aber das Lazareth voll war, ſo mußten Carne und ſeine Bedienung 30 Tage und Naͤchte Duarantaine in einem hoͤchſt elenden Gemache ohne alle Bequemlichkeit verleben. Carne's einzige Un⸗ terhaltung oder einziges Vergnuͤgen beſtaud darin, durch ein offenes Fenſter ſtundenlang eine ſchoͤne Gegend zu ſehen, welche er nicht betreten durfte; auch einen Hü⸗ gel mit einer weißen Huͤtte und einem Garten, auf der Spitze der Hoͤhe einige hundert Ellen von ihm, zu betrachten. Eine Treppe führte zu einem Brunnen unten im Thale und er konnte taͤglich die Griechen in ibrem Saͤulengange in kuͤhler Luft ſitzen ſehen, in⸗ deß er mit allen Qualen des Tantalus fogar eine friſche Atmosphaͤre entbehrte. Einige der Mannſchaft des Schiffes, auf dem Carne gekommen war, wur⸗ den vom Nervenfieber befallen und ſtarben. Auch der treue Michael Milovich wurde krank und verlegte ſeine Matratze ans der traurigen Kammer hinaus, da⸗ mit Carne nicht angeſteckt würde, und wäre faſt hier nach beendigter großen und gefaͤhrlichen Reiſe geſtor⸗ ben. Endlich hatte die Quarantaine ein Ende; Carne und ſeine Bedienung dufte friſche Luft einathmen, int Schatten der Baͤume am Strande ſpatzieren gehen, und glles fuͤhlte ſch ſo glücklich wie Gefangene, wei⸗ chen ihre Feſſeln gebrochen wurden. Dertreffliche und treue Michael, den Carne als Diener von Con⸗ kanttnopel mitgenommen hatte, kehrte dahin zu⸗ ruͤck, und John Carne ſelbſt ſah nach einer Fabrt


