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war ihr Gemth, aber zur tiefen Trauer geneigt; von ihrer Religion hatte ſie nur fparſame Kenntniſſe.
Aus Muthwillen ermordete waͤhrend Carne's Aufenthalt mancher Grieche dieſen oder jeen Sär⸗ ken, und manche turkiſche Mutter bettelte bei Tar⸗ ne fuͤr ſich und ihre Kleinen.
Wit. Hilfe eines Popen, der Carne's Eiecerone wurde, ihn dann auch beherbergte, erhielt der Britte folgende Kenntniß des von ihm beſuchten Schlachtfel⸗ des von Mantinea. Solches giebt eine amphithea⸗ traliſche maͤßige Hügelreihe, hinter welcher ſich hoͤhers Berge erheben. Rechts liegt die einzige Hoͤhe der Ebene, auf welcher das Fußvolk der Spartauer aufgeſtellt war, und wo jetzt eine unbedeutende Hütte ſeht. Nahe bei dieſem Hügel fiel Epaminondas und ſeine Thebaner ſtanden von dort an, ſo breit die Ebene war. Dicht daran liegt das zerſoͤrte Man⸗ tinea, von2 ℳ engl. Meilen Umfang mit 8— 10 Fuß dicken Mauern. Im Winter iſ dieſe ganze Ebene ein Sumpf. Jetzt deckte fie ein ſchoͤner, grüner Ra⸗ ſen, und ſo wett das Auge reicht, erblickte man nur wenige Meiereien und einige Hütten von Buſchwerk fůͤr die ſtets bewaffneten Hirten; ſonſi aber keine Baͤume.
So lange Carne in Moren verweilte, war im Junt und Juli die Luft ſets rein, und ſo mild, daß er im Garten unter freiem Himmel zu ſchlafen pflegte, denn es regnete nur einmal.
Der ärmere Bewohner lebt bloß aus dem Pflan⸗ zec und von Gemüſe. Baumfruͤchte ſind dort elten und der Wein iſt ſchlecht. Man ißt in den wohlhabenden Claſſen der Moreoten viel Schaß⸗ ſleiſch, und beſonders die Keule mit dem wohlſchme⸗ ckendeu Landeshonig gekocht. 3
Fanden hier die Türken zwar ſchoͤne Weiber, ſo war doch Tripolizin fuͤr ſe ein Spbirſen, denn


