Teil eines Werkes 
4. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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Normann*) und die Deutſchen uͤberhaupt beſon⸗ ders durch Tapferkeit, Geduld und Ausdauer aus. An Bezahlung threr Loͤhnung war nicht zu denken.

Am intereſſanteſten unter den am Leben gelaſſenen und gefangenen Türken in Tripoltzza, war eine türkiſche Wittwe von 18 Jahren, Handivia Du⸗ du, deren Ehegatte und Teltern beim Sturme ermor⸗ det wurden. Die griechiſchen Krieger verſprachen ih⸗ rem Manne das Leben zu laſſen, wenn ſeine Gattin ſeine Schaͤtze und alles koſtbare Eigenthum ihrer Per⸗ ſoͤnlichkeit hergeben wuͤrde. Sie hielt Wort, und den⸗ noch wurde ihr Gatte ermordet, nachdem die Barba⸗ ren ihm erlaubt hatten, ſeine Gattin zum letzten Male zu umarmen. Ihr geſchah nach der Auspluͤnde⸗ rung kein wetteres Leid, denn ſie lebte bei 2 Grie⸗ chinnen. Ihr Gatte war ihre erſte und einzige Liebe ſeit ein paar Monate; alle ihre Verwandten wa⸗ ren erſchlagen, und ſie wünſchte ſich den Tod. Ihr Auge war dunkelſchwarz, ihre feine Haut ſehr weihß,

ihre Statur von kaum mittlerer Groͤße, aber wohlbe⸗

leibt; ihr Buſen bewegte ſich unter ſchwarzen Locken,

Arme und Hände waren von vorzuͤglichſter Schönheit⸗ Ihr Geiſt hatte, wie bei den Drientalinnen ge⸗ wöhnlich, geringe Bildung; doch ſprach ſie Türkiſch und Rumeliſch, und kickte ſchoͤn. Freundlich und mild

* Dieſer General Normann ging bei Leipzig aus eigenem Antriebe mit ſeinen Leuren zu dei Alltirten uͤber. Dadurch, und daß ſein Foͤnig ihn ſeiner Wuͤrde entſetzte, machte ſich Nor⸗ mann einen Namen. Vergl. die Feldzuͤge in den Jahren 1312 bis 1345 von F. J. A. Schnei⸗ dawind⸗ zr u. 3r Band.(Bamberg beſ J. E. Drebte.)