Teil eines Werkes 
4. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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ohne daß ihm der Senat Erſatz ſchaffen konnte. Aber obgleich bei den Mainotten der Raub erlaubt iſt, ſo ſind ſie doch im Uebrigen zuverlaͤfſger, als die Ar⸗ nauten, welche fuͤr Geld Jedem dienten und ihre Religion wechſelten.

Noch lernte Carne hier einen italieniſchen Aben⸗ theuer kennen, welcher die beiden Feldſtuͤcke der Griechen bei der Belagerung von Dripolizza bedient hatte, und gerne von ſeinen Thaten ſprach. Carne beſuchte ihn auf ſein Verlangen und faud, daß er ein durchtriebener Schelm und hochſ ſinnlicher Menſch war. In ſeinem Hauſe hielt er ſich einen Harem von s 10 Tuͤrkinnen oder Griechinnen, weiche im Elend ſich dieſen traurigen Unterhalt gefal⸗ ien ließen. Der Italiener hatte kein Geld, aber er erhtelt von der griechiſchen Regierung ſo viele Ra⸗ tionen, als er Hausgenoßen zͤhlte. Wenn er nach ſeiner Sinnlichkeit leben konnte, ſo war ihm gleich⸗ guͤltis, ob er den Griechen oder Suͤrken diente. Jedoch gab es in Lripolizza auch andere Aben⸗ theuere mehr und gleichen Schlages.

Seltſam genug bauten die Griechen in Dyi⸗ polizza, ungeachtet der vielen in Beſitz genommenen Woſcheen, eine neue Kirche, ſo groß auch ihre Be⸗ duͤrfniſſe zum Krieg fuͤhren waren. Auch viele un⸗ glöckliche Seioten lebten dacals in der Stadt, und die Griechinnen aus Chios zeichneten ſich durch eichte Schritte, munteres Auge und lebendige Ge⸗