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dienſt jetzt von Wenigen beſucht wurde. Carne ſah in den dortigen Caffeehaͤuſern manche Prieſter mit den gemeinen Soldaten trinken, und ſelbſt dieſe Popen waren bewaffnet, machten aber ungerne die Feldzůge mit. Man verbrannte alle hier vorgefundenen Exem⸗ plare des Koran, oder ſchaffte ſie außerhalb Landes. tur ein Iman, der wegen ſeines menſchenfreundlichen Charakters fruͤher unter den Griechen einer allgemei⸗ nen Achtung genoß, war am Leben geblieben; ſeine beiden Soͤhne waren erſchlagen worden, und er hatte Muͤhe, ſich zu ernaͤhren, trank aber gerne ein Glas Wein, welches ihm Carne vorſetzte, ſchwatzte viel und ertrug ſein großes Ungluͤck mit Faſſung. Der Iman hatte bei der Pluͤnderung ſeiner Moſchee ein ſchoͤnes Exemplar des Koran gerettet, welches er Carne verkaufte. Auf deſſen Frage, ob nach dem Koran die Weiber in das Paradies kommen koͤnnten, erwiederte dieſer turkiſche Geißtliche, daß ſie zwar mit den Maͤnnern nicht das naͤmliche Paradies theilen, je⸗ doch dagegen in ihrem eigenen Paradieſe bei einander leben wuͤrden.
Weil Carne in dem Hauſe einer Polizei⸗Perſon, bei Nikolai, wohnte, ſo war er vor den Pluͤnderun⸗ gen der Mainotten ſicherer, als Andere. Ein jun⸗ ger framoͤſiſcher Wundarit aus Marſeille hatte hier jetzt die ſtaͤrkſte Praxis, war, weil er vielen Verwun⸗ deten ſeine Kunſt widmete, allgemein beliebt, und dennoch pluͤnderten die Mainotten in ſeinem Hauſe,


