320 Carne ſah die Ruinenhaufen der vormaligen Stadt Meſſene, und beim Felsbrunnen des Dorfes die jungen Frauenzimmer desſelben, die kamen um Waſ⸗ ſer zu holen. Wenige Frauensperſonen waren wohl⸗ gewachſen, ſie hätten angenehme Geſſhter, ſchwarze Augen mit einer nicht gerade ausgezeichneten Geſichts⸗ farbe, aber ihre Gewaͤnder, ihr leichter Schritt und ihre niederwallende Locken gaben ihnen ein griechi⸗ ſches Anſehen.
Es war in dieſer Zeit nicht rathſam, wegen der ſtreifenden Mainotten ſich hier lange aufzuhalten, und wegen der jetzigen Kriegeszeit durfte Carne gar nicht daran denken, Lakonien zu beſuchen.
Er reiſte durch einen engen Paß mit vielem Hoch⸗ wald, und ſah die Ruinen einer Kirche; weiterhin wurde der Paß breiter und zog ſich ſanft an der Seite des Berges hinab, welche faſt bis zum Fuße mit Wald bedeckt war, und als die Reiſenden die ſchoͤne grüne Ebene betraten, umgab ſie ein Amphitheater von Bergen; aber ſie ſahen nicht ein einziges Dorf, ſo reich auch der fuͤr iede Beſtellung zu ſeyn ſchien.
Das kicht des Dages patte die Wanderer verlaſ⸗ ſen, und ſie irrten in einem dichten Walde, worin ihr Fuͤhrer den Pfad verloren hatte, und ſo unſicher es auch in jetziger Kriegeszeit war, ſo blieb ihnen doch nur uͤbrig, auf kahler Erde unter den Baͤumen zu ſchlafen. Unerwartet hoͤrten ſie eine weibliche Stimme⸗


