321
Carne's Diener, Michael Milovich, gab ſich in ſlavoniſcher Sprache kund und erhielt in der naͤmli⸗ chen Antwort. Hier wohnte naͤmlich in einer niedri⸗ gen, rauchigen Huͤtte, in deren Mitte ein Feuer brannte, ein Albaneſer mit ſeiner Familie, und bot den Reiſenden den Willkomm. Weil es aber in der Huͤtte ſo ſchmutzig ausſah, ſo zogen Carne und ſeine Leute vor, außerhalb derſelben zu ſchlafen, zun⸗ deten ein Feuer an und ihr maͤßiges Mahl beſtand aus ein wenig Thee mit Brodrinden. Bald nachher er⸗ ſchienen mehrere Waldbewohner, ſetzten ſich mit den Ankoͤmmlingen um das Feuer und erzaͤhlten ihnen, daß ſie Trivolizza mitgeſtuͤrmt und gepluͤndert haͤt⸗ ten. Carne's Wirth hatte aus dem allgemeinen Morde der Türken eine junge T rkin als Gefan⸗ gene nach Hauſe zuruͤckgebracht. Ihr Gatte war im Sturm erſchlagen worden und ſie war jetzt eine Skla⸗ vin, welcher man mit Verachtung begegnete; ſie ſah gut aus, aber ihre Niedergeſchlagenheit bewieß, wie ſehr ſie ihr ungluͤck heugte. Es wollte ſie ibr jetziger Herr an Carne's Diener fuͤr 6 Piaſter verkaufen; aber Michael Milovich hatte ſo viel Gefuͤbl, dieß auszuſchlagen.
Die Mainotten halten dieſe Arn auten, ſo wie ganz Griechenland in Furcht; denn ſo brav jene auch ſeyn moͤgen, ſo geſetzlos plündern ſie nach Gewohnheit Feinde und Freunde. Aus Furcht vor idnen, da ſie
s1tes Bandchen. Türkoi. 1v. 3. 6


