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ſonſt druͤckende Hitze kuͤhlen. Nach einer alten Sage ſcheint die Sonne in Rhodus an jedem Dage, ſelbſt in der Regenzeit; und die nahen hohen Gebirge Ca⸗ ramaniens liefern eine reizende Ausſicht. Weil die Stadt amphitheatraliſch am Ufer liegt, ſo hat man auf ihren Mauern eine wunderſchoͤne Ausſicht. Die Landhaͤuſer der Türken liegen meiſtens an Abhängen nach dem Meere, in Gaͤrten mit vielen Fruchtbaͤumen und zum wohlloͤſtigen Schlummer gleich⸗ ſam einladenden Springbrunnen. Hier lebt der reiche Tuͤrke lieber als in der Stadt, und dieſe Villas er⸗ ſtrecken ſich 2— 3 Meilen von derſelben am Geſtade des Meeres. Im Innern trifft man manches einſame, aber ro⸗ mantiſche Thal, mit tteilen Felſen zur Seite, Erwei⸗ terungen nach dem Meere und einer reichen Vegeta⸗ tion an Roſen und Myrthen. Nur ein kleiner Sheil der herrlichen Inſel iſt angebaut, deßwegen man nur wenige Doͤrfer im Innern antrifft. Es enthaͤlt die Inſel, wie man ſagt, 30,000 Einwohner, von denen Zweidrittheile Tuͤrken ſeyn ſollen. Bei Vernachlaͤſ⸗ ſigung des Landhaues bauet man nicht Korn genug fuͤr die Einwohner, und fuͤhrt ſelbſt wenig Wein aus. Dagegen lebt man nicht leicht auf der Erde irgendwo wohlfeiler; als auf Rhodus und alle erſte Lebensbe⸗ duͤrfniſſe find bei ihrer Wohifeilheit köſtlich. Witten auf der Inſel erhebt ſich ein hoher Berg⸗ mit einer kleinen griechiſchen Capelle auf der Spitze.


