angenehmſten und wohlſeilſten. Im Innern der In⸗ fel ſieht man manchen ſchoͤnen Landſitz reicher Grie⸗ chen und Tuͤrken von Quaderſteinen erbaut, mit nahen Luxus⸗Gaͤrten in oft romantiſchen Lagen. Wohl⸗ riechende Pflanzen und Bluͤthen ſind hier ſo haͤuſig, daß ihr lieblicher Geruch uͤberad erfreuet. Auch wird hier der bei den Griechinnen und Tuͤrkinnen ſo beliebte Maſtir Gummi gewonnen. Die hieſigen Briechinnen ſuchen durch Schwinke, bunten Putz und reiche Kleider ihre unverſchleierten Reize zu erhoͤ⸗ pen. Welche Reize auch griechiſche Damen beſitzen moͤgen, ſo iſt doch die Wuͤrde, der Gang, die Elegant, die Sanftheit des Charaeters der tüͤrkiſchen Damen vorzuͤglicher. Dennoch wird jeder Fremde eine grie⸗ chiſche Inſel immer ungerne verlaſſen.
Nachdem Carne in Chios wieder unter Segel gegangen war, kam er am naͤchſten Abend in dem ſehr vaͤumlichen Hafen von Smyrna an. Ehe man zur Stadt gelangt, ſegelt man lange zwiſchen Ufern mit xauhen Felſen; jedoch iſt der Fuß und die Abdachung derſelben bewaldet und mit uͤbpigem Gruͤn ausgeſtattet. Smyrna hat eine arvße Bevoͤlkerung und einen rei⸗ chen Handel, aber enge Gaſſen; allein im Quartier der Franken findet man viele treffliche Haͤuſer mit platten Daͤchern, auf denen man ſpatzieren geht. Es heirathen dort haͤufig die Franken die Coͤchter grie⸗ chiſcher Familien, deren Toͤchter ungemein reizend zu ſeyn pflegen, wenn ſie in ihrem Turban, auf der Ha⸗


