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den oder wirft den Djerid; Mittags verzehrt er einen Neißbrei mit vielem Gewuͤrz; Nachmittags hoͤrt er in den Caffeehaͤuſern orientaliſche Maͤhrchen erzaͤhlen, oder er ſitzt in ſeinem kuͤhlen Kiosk am Geſtade des Bosphorus im Nachdenken, ohne Zerſtreuung. Wenn aber die Sonne untergegangen iſt, ſo haͤlt er ſeine Mahlzeit mit mehreren gewuͤrzten Gerichten, trinkt ſeinen Scherbet mit Eis in der Geſellſchaft ſei⸗ ner Freunde und beſucht Abends ſeinen Harem, wo⸗ ſelbſt ihn ſeine Lieblingskinder bewillkommen, und ſei⸗ ne Gattin oder Gattinnen, mit ihrer Dienerſchaft, ſich alle Muͤhe geben, ihrem Herrn Vergnuͤgungen zu ver⸗ ſchaffen. Seine Nubierin bringt ihm das koſtbarſte Rauchwerk, ſeine liebenswuͤrdige Eireafſierin ſetzt ihm einen mit eigener Hand bereiteten ſtarken Caffee vor und ſtimmt dabei ihre Guitarre oder Laute, deren melodiſche Tone ſich bald mit dem Murmeln eines Springbrunnens in der Marmorſaͤule vermiſchen. eichts fand Carne oͤder, als das große Quar⸗ tier des Fanar, welches einſt die reichen Griechen bewohnten. Eben ſo verlaſſen fand er jetzt in den Abendſtunden an dem Bosphorus die ſonſt mit ſchoͤnen und froͤhlichen Griechinnen angefuͤllten Luſtboͤte. Zwei ſchoͤne Palaͤſte hart am ufer wurden von zwei griechiſchen Bruͤdern bewohnt, welche Fi⸗ nanzbedienungen verwalteten. Beiden wurden die Koͤpfe abgeſchlagen und ihr Vermoͤgen wurde conſis⸗ eirt. Im Schatten der lieblichen kleinen Landſitze


