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her ſeine Fuͤße gewaſchen und ſeine Stiefeln mit Pau⸗ toffeln vertauſcht zu haben. Sobald ein Tuͤrke be⸗ tet, ſey es in der Moſchee oder unter freiem Himmel, ſo beſchaͤftigt ihn nichts als ſeine Andacht und man hoͤrt nur daß er leiſe den Namen Allah aus ſpricht. Alle Moſcheen haben eine einfache Bauart und keinen andern Schmuck, als Inſchriften mit dem Namen Gottes und einiger Stellen aus dem Coran, mit gol⸗ denen Buchſtaben auf den Mauern. Ein weiter Um⸗ gang umgibt das innere Saͤulengewoͤlbe, deſſen Dom durch eine Deffnung in der Spitze erleuchtet wird, wo der Pult des Imans zu ſiehen pflegt. Die Verſam⸗ melten ſitzen auf Matratzen und Teppichen umher und die Meiſten verrichten ihr Gebet.
Niemand kann einfacher leben, als ein Orien⸗ tale, welcher, treu der Sitte ſeiner Vaͤter, keine Zer⸗ ſtreuung und oͤffentliche Vergnuͤgungen kennt. Ein wohlhabender Tuͤrke ſteht mit dem Aufgange der Sonne auf. Da er auf ſanften Kiſſen ſchlaͤft, ſo legt er nur wenig von ſeinen Kleidungsſtuͤcken ab und kaun ſich daher ſchnell ankleiden, dann pflest er zu beten⸗ ſchluͤrft eine Taſſe Caffee, genießt einiges Eingemach⸗ tes und raucht dabei ſeine Pfeife. Zu ſeiner Beſchaͤf⸗ tigung lieſt er etwa ein Capitel des Coran, vder ein wolluͤſtiges Lied von Hafiz oder Sadi, denn die Kenntniß der perſiſchen Sprache pflegen vornehme Türken beider Geſchlechter zu beſitzen. Nachher be⸗ ſieigt er ſein araviſches Rob und peitet ein Paar Stun⸗


