Teil eines Werkes 
4. Th., 3. Bdchn (1832)
Entstehung
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ter, deſſen niedergehende Stufen mit unzahligen, in Reihen uͤber einander ſitzenden Zuſchauern, mit Tur⸗ banen ſo vielfarbig als der Regenbogen, bedeckt wa⸗ ren. Auf der hoͤchſten Spitze ſtanden Zelte aufgeſchla⸗ gen, und neben ſolchen verſchiedene unbedeckte Wagen mit tuͤrkiſchen verſchleierten Damen. Der Sultan ͤberſah aus einem Kiosk das Ganze und vor ſolchem varadierte ſeine Leibwache, aus ſchoͤnen weißgekleide⸗ ten Maͤnnern belehend. Seine Leibdiener hielten ſchoͤne arabiſche Renner mit reichem Geſchirr. In einem en⸗ gen Thale wurde der Djerid geworfen, auch erſchallte die wilde tuͤrkiſche Muſik. Kennt man hier gleich keine Eauipagen, ſo macht man dagegen viel Aufwand mit tuͤrkiſchen ſchnellrudrigen Boͤten. Sie ſind leicht ge⸗ baut, haben zierliche, oft vergoldete Bildhauer⸗Arbeit im Innern. Tritt man an das ufer, ſo bieten ſich uͤberall Ruderer zum Ueberfahren an, von denen man⸗ che Verwandte Muhameds ſeyn mußten, weil ſie gruͤne Turbane trugen. Carne beſuchte einmal an einem ſchönen Morgen die ſieben engliſche Meilen von der Stadt entlegenen Inſeln Chalce, Prinkipo und andere mit reizend gelegenen Kloͤſtern. Auch dort ſch er Eingeborne im Schatten ihren Caffee trinken und rauchen. Der Türke bewohnt gewiß einen der ſchoͤnſten Theile der Welt und ſchluͤrft aus kleinen Taſſen Caffee, oder Scherbet, indem er tief nachzuſin⸗ nen ſcheint, oder wie ein Kind begierig Zuckerwerk iöt, womit ſeine feierliche ſußete Wütde, ſeine vielfal⸗