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die tatariſchen Steigbuͤgel ſind abgeſchafft; man ſtu⸗ dirt die Sitten des Franken, der jetzt ſtolz unter ihnen herumgeht, geachtet und beneidet wird, und den Kopf in ſeiner Halsbinde hochtraͤgt. Die Paſchas, die Ridjals(Großen) beſuchen, demuͤthig, verlegen, als lächerliche Kopien unſter Sitten die europäiſchen Cirkel, und berauſchen ſich leicht.
Junge Griechen tanzen die Romaika vor dem Sultan, und Saͤngerinnen werden von ihm beſoldet. Unter ſeinen Fenſtern und an der Spitze ſeiner Regi⸗ menter hoͤrt man Roſſiniſche Muſit und die Marſeil⸗ laiſe; Se. Hoheit zeigt ſich in den Palaͤſten der Ge⸗ ſandten und gibt Privataudienzen. Seine Frauen ſind, wenn ſie im Mai ſich auf den Grasplaͤtzen im Thale der ſuͤßen Waſſer ergehen, minder von Waͤchtern um⸗ tingt als ehedem, und die Einfuhr der Verſchnittenen iß jett weit geringer. Die Sklaven haben die Bekeh⸗ lungswuth ibrer Herren nicht mehr zu fürchten, und ein gruͤner Schleier bringt die fraͤnkiſchen Damen letzt nicht mehr in Gefahr, geſteinigt zu werden.
Mit einem Wort, der Drient exiſtirt nur noch in unſern Gemaͤlden; jetzt ſieht man ein Volk, welches Kleider und Sirten wechſelt, und das iſ nicht der Lünſige Augenblick, um es zu bewundern; warten wir alſo, bis es ganz europaͤiſch geworden iſ.
Zu bemerken iſ noch, daß es in der Lürkei faſt keine andere Kunſt gibt, als die Baukunſt, und daß


