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nagelt, und die tuͤrkiſche Frau, die ihren Yachmak (Schleier) zu ſehr luftete, oder deren Feredge(Man⸗ tei) zu koſtbar war, in einen Sack geſteckt und ins Meer geworfen. Damals toͤnten in den Straßen die dreiſaitige Lyra, die baskiſche Trommel, der Dudel⸗ ſack, die maͤckernde Klarinette in eintoͤnigen oder klaͤglichen Weiſen, wozu man raunzende Lieder durch die Naſe ſang, der Hamal(Laſttraͤger) ſchritt ernſt mit einem Peſtkranken auf dem Ruͤcken voruͤber, und der Spritzenmann verkaufte Del, oder ſchuͤttete es in's Feuer. Die Majeſtaͤt des Sultans war faſt im⸗ mer hinter den dreifachen Mauern des Serails ver⸗ borgen, und wenn er ſich zeigte, ſo geſchah dieß ent⸗ weder unbekannt, mitten im Volksgedraͤnge, um die Klagen und die Beſchwerden zu hoͤren, und die Strafbaren herauszufinden; oder geheimnißvoll durch die hohen Reiherbuͤſche ſeiner Pagen verſchleiert und daun warfen ſich die Moslimen zur Erde, aus Furcht dem Blitze ſeiner Angen zu begegnen.
Heutzutage ſehen die Luͤrken in ihren Feſſis und engen Jacken duͤrftig und mager aus; ihr Gang it eckig und erzwungen, und nur mit dem ſpaniſchen Mantel bekleidet, gewinnen ſie ein edleres Ausſehen.
Fndeß hat doch ihre Haltung ſchon um Vieles an Gewandtheit gewonnen, und das Denken wird ſchon hinter den lebendigeren Bewegungen des Koͤr vers herkommen. Die hohen ſammtnen Saͤttel und


