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bien, die Kurdenlaͤnder, die Paſchaliks von Syrden, Aegypten, das tuͤrkiſche Albanien gehoͤren nur dem Namen nach zum Reiche. Die Tuͤrken ſind eigentlich nur in Konſtantinopel eine Macht; Alles außerwaͤrts iſt abgeſtorben, Alles ſtuͤrzt zuſammen, wie die Mau⸗ ern ihrer alten Feſtungen.
Indeß ſahen wir noch einen Nachklang ihrer alten Kraft im Jahre 1828, wir ſahen ſie die Ruſſen ſchla⸗ gen, wir ſahen in der Schlacht bei Kulaktſcheh, die jungen regulaͤren Truppen das Feuer von drei Batte⸗ rien und die wiederholten Angriffe der ruſſiſchen Rei⸗ terhaufen aushalten, ohne zu weichen und zu wanken. Reihenweiſe bedeckten ſie mit ihren Leichen das Schlachtfeld wie Getreidegarben.
Geſtehen muß man aber auch, daß die Tuͤrken, mitten unter der Verworfenheit der Juden, der Traͤg⸗
heit und dem Eigennutze der Armenier und der Spit
buͤberei der Griechen, ſich einfachere und unbeflecktere Sitten erhalten haben, als man denken ſollte, denn Betruͤgerei und Diebſtahl ſind unbekannt unter ihnen, und als einſt ein Brudermord begangen wurde, ſtand das Volk beſtuͤrzt, erſtarrt, und der Moͤrder entkam; er hatte ein bisher unbekanntes Verbrechen begangen. Da endlich die Muſelmaͤnner uns praktiſch nicht leicht anders als durch die Intriken und die Verworfenheit der Bevoͤlkerung der Levante, durch ſchlechte Euro⸗ päer, Leute ohne eigentliches Vaterland, ohne Pflicht, folglich auch ohne Treu und Glauben kennen lerntenz


