24
Gold einer benachbarten Macht die Geheimniſſe und die Stimmen des Divans.*
ungluͤcklicherweiſe ſtehen die Ulemas, Rechtsge⸗ lehrte, denen in der Tuͤrkei die Aufrechthaltung der geſellſchaftlichen Ordnung auvertraut iſt, noch in gro⸗ ßem Anſehen; die Einwilligung des Mufti iſt noch
immer eine gewichtige Formalitaͤt, und der Großhen
traͤgt, wie ich glaube, ihm zu Gefallen den Kopf noch immer glattgeſchoren. Se. Hoheit wagt ſogar nicht mehr nach dem großen Serail zuruͤckzukehren, aus Furcht wieder unter das Joch der religioͤſen Etikette zu gerathen, taͤglich die graͤßlichen Blicke der Eunu⸗ chen ertragen zu muͤſſen, und von dem Aufſeber des Harems ſeine Pantoffeln umkehren zu ſehen, wenn er fich laͤnger als eine Stunde bei einer ſeiner Frauen ver⸗ geſſen ſobte. Um ſich von dieſer Formlichkeit einen Begriff zu machen, muß man wiſſen, daß die Veraͤn⸗ derung ſeiner Kleidung eine Revolution veranlaßte, und daß fuͤr einen Ulema zwiſchen dem Feſſi und dem Curban der naͤmliche Unterſchied iſt, als fuͤr uns zwi⸗ ſchen Luthers Reformation und dem Katholieismus. Mitten in dieſer theokratiſchen Kombination nimmt die Militaͤrverwaltung ihre Stelle ein. Das tuͤrkiſche Reich iſt ein Lager; ſeine Provinzen haben ihre Rot⸗ ſchweife(Sandſchaks) und die Bevolkerung wird vff⸗ ziell in einen rechten und linken Fluͤgel eingetheilt, die immer bereit ſind, ſich im Centrum Konſtantino⸗ pel zu ſammeln. Die Paſcha's ſind die Senerale det


