und aus welchen ſie eine Perſon auswaͤhlen, die ſie Haͤuptling nennen. Sie tragen dieſen, ein furchtba⸗ res Geſchrei ausſtoßend, dreimal um ihre Huͤtten herum, und hiedurch erhaͤlt er die Weihe. Dieſs Haͤuptlinge genießen einige Freiheiten, worauf dis ſiebenburgiſchen Zigeuner ſehr ſtolz ſind. Auſſer ihrer allgemeinen Verſchlechterung haben ſie Grade von Ehrloſigkeit. Einige ſind ſo boshaft, daß ſie allgemein als verſtoßen betrachtet werden. Unter dieſen ſucht man auch die Henkersknechte aus, und dieſe erfuͤllen ihr ſchaͤndendes Gewerbe mit Vergnügen, erfinden nene Marterwerkzeuge, und ergoͤtzen ſich daran, ihren Schlachtopfern eine vollſtaͤndige Beſchreibung von der Todesſtrafe zu entwerfen, die ſie zu erdulden haben. 2 Gewoͤhnlich friſten ſie ihr Leben durch die Verferti⸗ gung eiſerner Geraͤthſchaften, Pulverhörner, Körbe K. Auch braucht man ſie in der Wallachei zur Aufſuchung des Goldes in dem Olt, und in andern Fluͤſſen. Von der Natur mit einem feinen Gehoͤr begabt, ſind ſie zur Muſik, die ſie lieben, ſehr geſchickt. Faſt alle Muſikanten dieſes Landes ſind Zigeuner; am meiſten zeichnen ſie ſich auf Blasinſtrumenten aus. Ich habe ſte oft gehoͤrt, und immer mit großem Vergnuͤgen. Ihre Sprache iſt ein Gemiſch von Bulgariſchen, Un⸗ gariſchen und Arabiſchen Woͤrtern, und andern orien⸗ taliſchen Dialekten.
So wie ich aus den Gebirgen herauskam, betrat ich die Ebenen Siebenbuͤrgens. Rechts floß der


