Teil eines Werkes 
4. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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Dlt, und man bemerkte hinter dieſem Fluſſe einige von den hoͤchſten Karpathen. Am Fuße lagen einige Doͤrfer, und auf jeder Erhohung, die das Erdreich darbot, ſtand auch eine Kirche. Wir kamen durch mehrere Doͤrfer, die nicht mehr ſo zerſtreut waren, wie in der Wallachei; ſie hatten im Gegentheile ſehr regelmaͤßige Straſſen, die Wohnungen waren aus

Holz gezimmert, mit Gyps und Moͤrtel beworfen, ſo

daß ſie huͤbſch ausſahen. Die Fenſterrahmen waren mit einem in Del getraͤnkten Papier verſehen; zu

jedem Hauſe gehoͤrte eine ſchoͤne und große Maierei. Die Wagen werden nicht mehr durch Dchſen oder

Buͤffel gezogen, ſondern durch ein Geſpann von 6 Pfer⸗ den. Nach einem halbſtuͤndigen Marſche langten wir an dem Fuße eines bohen Berges an, auf deſſen Gipfel wir ein Schloß in Truͤmmern wahrnahmen. Es iſt eines von den zahlreichen Schloͤſſern, die in

die em Lande vor ungefaͤhr 400 Jahren von den Tem⸗

pelherrn erbaut wurden. Bald darauf erblickten wir die Thuͤrme von Herrmanſtadt, und um Mitter⸗

nacht betraten wir dieſen Ort durch ein mit ſehr hohen

Mauern umſchloſſenes Thor.

Vergebens machte ich mich den Leuten in der Herberge verſtaͤndlich; ſie verſtanden nur Ungariſch. Ich ließ mich zu Herrn Popp, einen gebornen Gris⸗ gen fuͤhren, an den ich Briefe hatte. Er empfing mich mit der groͤßten Hoͤflichkeit, und ftellte mich ſei⸗ ner Familie vor, die zu meinem Exſtaunen ſehr ge⸗