Teil eines Werkes 
4. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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21⁰

Corvinus, Koͤnig von Ungarn, aus Siebenbuͤr⸗ gen verjagt hatte, zogen ſie ſich durch dieſen Paß zu⸗ ruͤck, wobei ſie auf das hartnaͤckiaſte verfolgt wurden. Der Eingang zu dieſem Thale war durch die Fluͤcht⸗ Uinge vollgeſtopft, wovon ein großer Theil die An⸗ hohe beſtieg, auf welcher jetzt Rothenthurm liegt. Unter der ungeheuern Menge Soldaten, Pferde und Munitions Karren brach der Thum zuſammen und erſchlug, nach der Seite des Olt zu fallend, alle die, welche den Paß an dem Fuße des Gebuͤrges ver⸗ theidigten.

Sobald wir wieder meinen Karren beſticgen hat⸗ ten, gingen wir einen engen Fußpfad aufwärts bis zu dem Dorfe, welches an dem Fuße der Stadt lag.

Nachdem wir durch dasſelbe gefahren, gelangten wir zu einer großen Menge Hütten, deren unterer Theil in die Erde gegraben war, und welche eine Art von Vorſtadt bildeten. Dieſe Huͤtten wurden von Zigen⸗ nern bewohnt, die des herumirrenden Lebens muͤde, ſich an dieſem Orte niedergelaſſen hatten. Dort ver⸗ ließ mich auch meine Reiſegefaͤhrtin und ihr Kind. Zum erſtenmale in meinem Leben hatte ich mit einer Zigeunerin eine Reiſe gemacht, und ich glaubte auch⸗ daß ſie, nach dem Gebrauche ihres Stammes, mir aus der Hand wahrſagen wuͤrde; allein es war eine gute Frau und gute Mutter. Bevor ich noch abreiste, kehrte ſie mit mehrern ihrer Verwandten zuruͤck, um mir zu danken, und von mir Abſchied zu vehmen⸗