Teil eines Werkes 
4. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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Wir befanden uns in einer wellenfoͤrmigen, end⸗ loſen Ebene, in der man keine Spur von Menſchen antraf. Das Erdreich ſcheint vortrefflich zu ſeyn; das Klima in dieſer Jahreszeit war herrlich, und alles ſchien ſich hier zu vereinigen, um die Beduͤrfniſſe des Lebens in einem reichlichen Maße zu gewaͤhren. In⸗ deß bemerkten wir lange keine Spur von Menſchen, bis wir endlich in einiger Entfernung einige erblickten. Die ſcharfen und unruhigen Blicke unſers Fuͤhrers nahmen wahr, daß ſie ſich in Hohlwegen verbergen wollten, was uns mit Unruhe erfuͤllte. Dieſer An⸗ blick einiger Menſchen, der uns haͤtte Vergnuͤgen ein⸗ fößen ſollen, brachte in dieſer Einoͤde eine ganz ver⸗ ſchiedene Wirkung hervor; denn die Erinnerung an mehrere Raͤubereien und Mordthaten, die kurz zuvor in derſelben veruͤbt worden waren, hatten die Füͤhrer der Reiſenden mit großer Unruhe erfuͤllt. Gewöhnlich laufen Reiſende keine Gefahr in der Luͤrkei, und man genießt daſelbſt eine auf Erfahrung gegruͤndete Sicher⸗ beit. Die natuͤrliche Rechtlichkeit der Bewohner, ihre wenigen Beduͤrfniſſe, ihre Enthaltſamkeit von ſtarken Getraͤnken, und die furchterliche Beſtrafung eines Ver⸗ brechens floͤßen Jedem mit Recht großen Muth ein. Hausdiebereien ſind unter den Turken faſt unbekannt. Wenn jemand über einen Diebſtahl entdeckt wird, ſo wirft man ihn, wenn gerade ein Feuer angezundet iſt, ſogleich in die Flamme; wird der Diebſtahl an einer Landſtraſſe veruͤbt, ſo wird der Dieb gepfaͤblt. Deut⸗