Teil eines Werkes 
4. Th., 2. Bdchn (1831)
Entstehung
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entzieht ſich ein Silberbach dem Auge hinter Bergen. In der Naͤhe erhebt ſich die unter Juſtinian's eigener Aufſicht erbaute kolloſſale Waſſerleitung; ſie verbindet zwei Bergſpitzen, welche durch ein Thal ge⸗ trennt ſind, und fuͤhrt das aus der Ferne herbeigelei⸗ tete Waſſer nach der Hauptſtadt, welche ſich durch dieſe erhaͤlt. Drei uͤber einander ſtehende, 14 Schuhe breite Bogengaͤnge bilden dieſes erhabene Werk der Baukuntt.

Zu den beſuchteſten Plaͤtzen in Bujukdereh ge⸗ hört der anmuthige Duai an der Meeres⸗Kuͤßte⸗ Gewöhnlich luſtwandeln hier die Franken, ehe die Nacht einbricht. Im milden Mondes⸗Lichte ge⸗ nießen beide Geſchlechter Arm in Arm des Abends ſchoͤne Stunden. Da ſpielt ein Liebender auf der Guittare, dort ertoͤnt eine Flote, und hier begleitet ein gottlicher Geſang die ſanften Melodien der Harfe⸗ Von hier uͤberſieht man auch eine große Strecke nach Suͤden den Kanal hinab, und gerade gegenuͤber die aſiatiſche Kuͤſte. Am Fuße der aſiatiſchen Gebirge⸗ welche der Ausſicht Grenzen ſetzen, weiter links die weitlaͤufigen Ruinen eines alten Schloſſes und wei⸗ ter hinab Mauern, welche noch von der Groͤße der Genueſen zeugen, mit Geſtraͤuch verwachſen, und mit Spuren von Inſchriften. Um ſie herum woh⸗ nen Türken. Etwas unten liegt das ſchoͤne Dorf Kavak, und oſtwaͤrts von demſelben beherrſchen